„Spiel ohne Grenzen“ am Weitsee eine feucht-fröhliche Gaudi
Rein gar nichts von seiner Attraktivität hat der Weitsee-Klassiker „Spiel ohne Grenzen“ verloren. Auch wenn manche Teilnehmer noch gar nicht geboren waren, als diese traditionsreiche Veranstaltung am Weitsee zum letzen Mal vor etwa 20 Jahren durchgeführt wurde. Den Veranstaltern von der Wasserwacht und BRK ist eine begeisternde Neuauflage gelungen. Wie schon in den 1980er und 1990er Jahren traten spaßbereite und motivierte 6er-Teams an, um den Gesamtsieg zu erringen und den zahlreichen Zuschauern mit reichlich Action in den Bann zu ziehen. Bei den sechs verschiedenen Spielen waren ganz unterschiedliche Talente gefragt, wasserscheu sollte man allerdings nicht sein. Das zunächst sehr einfach klingende „Staffel-Wasserschöpfen“ stellte sich auf dem rutschigen Gelände gleich als erste Herausforderung dar. Es wurden jeweils zwei Teammitglieder an den Füßen und den Händen zusammengebunden, so gehandicapt sollte man möglichst schnell möglichst viel Weitseewasser schöpfen. Allerdings hatten die Schöpfgegenstände die besten Zeiten schon hinter sich, mit reichlich Löchern versehen kam so mancher Teilnehmer zwar selbst nass, aber doch ohne Wasser für den Sammelbehälter an. Als tückisch erwies sich auch das Paddeln auf dem Surfbrett. Die vermeintlich angenehme Position sitzend auf einer aufgeschnallten Bierkiste erwies sich als eine eher wackelige Angelegenheit, viele machten bereits auf den ersten Metern Bekanntschaft mit dem Seewasser. Um die Kräfte wieder zu Sammeln legten die Veranstalter eine Mittagspause für alle ein, wobei auch dabei eine Disziplin absolviert wurde. Ein Quiz „Rund um die Schnaitseer Seenplatte“ war zu lösen, hier hatten die eher älteren Semester die Nase vorn.

Ein echter Klassiker war dann der Triathlon „Schwimmer-Schälen-Werfen“, der als Staffellauf ausgetragen wurde. Alle Mitspieler mussten nacheinander zur Weitsee-Plattform schwimmen, dort mit Schürze und Taucherbrille ausgestattet Kartoffel schälen und diese zum Sammelbehälter ans Ufer schmeißen, wo die Teammitglieder schon fangbereit warteten. Und was soll man sagen: die Talente sind doch recht unterschiedlich verteilt. Wer schnell schwimmt schält nicht unbedingt gut, von Werfen ganz zu schweigen. Die Zuschauer genossen beste Unterhaltung, die Teams erlitten eher Nervenzusammenbrüche. Beim Spiel „Wasserbomben“ gab es für die Athleten eine kühle Erfrischung; musste man doch mit einem präparierten Helm blind, von einem Teammitglied dirigiert, mit Wasser gefüllte Luftballons zum Platzen bringen. Für manche so schweißtreibend, dass die Wasserdusche gerade recht kam. Traditionell als Abschlusswettbewerb gab es den Teamwettbewerb „Skilanglauf auf Moorwiese“. Das jeweils komplette Team wurde auf lange Skibretter geschnallt und dann gab es auch schon das Startsignal. Das hieß aber noch lange nicht, dass alle Teams losstarteten. Es braucht doch etwas Koordination, bis alle 6 Beinpaare sich synchron bewegen. Hier kam der KSK die militärische Grundausbildung zugute, mit einer Fabelzeit unter 1 Minute war man beim gleichmarschieren nicht zu schlagen.

Bei der Siegerehrung so gegen 17 Uhr dankten die Chef-Veranstalter Jonathan Auer und Senta Lechner zunächst allen Helfern, speziell der Wasserwacht-Jugendgruppe um Pascal Auer. Besonderen Applaus verdienten sich auch der Trachtenverein und der Fischereiverein, die den ganzen Tag für beste Verpflegung gesorgt hatten. Als Unterhaltung für die kleinsten Gäste gab es tagsüber auch geführtes Ponyreiten, was sehr gut angenommen wurde. Auf der eigentlich für das anschließend geplante Waldfest (wegen trüben Wetterprognosen kurzfristig abgesagt) eigens aufgebauten Bühne wurden die Sieger von der KSK gebührend gefeiert und mit schönen Preisen bedacht. Auf dem Stockerlplätzen landeten noch die Jägerhütte und die HGG Schnaitsee, die weitere Reihenfolge war Burschenverein, die TSV-Volleyballerinnen und die Motorradfreunde Black Brothers. Auch wenn das abgesagte Waldfest schon ein wenig die Stimmung trübte, Jonathan Auer war nach Beendigung der Spiele mehr als zufrieden und meinte: „das sollten wir in 3-4 Jahren schon mal wieder machen“. Die zahlreichen Gäste würden bestimmt wieder kommen, es gab Lob von allen Seiten diesen Schnaitsee-Klassiker im Rahmen der 1100-Jahre-Festlichkeiten wieder belebt zu haben.
Bericht Manfred Heistracher
Fotos Andi Sax und Gregor Wenzel