Kreis-Hubertus-Messe Rupertiwinkel

„Danke. Ihr hegt und pflegt unsere Natur“

Flammende Grußworte von Bürgermeister und Landrat bei der Hubertusfeier . Jägerbriefe vergeben – Repräsentative Strecke gesegnet – Hubertusmesse in der Schnaitseer Pfarrkirche mit den Rupertiwinkler Jagdhornbläsern

Schnaitsee (ju) Schnaitsees Bürgermeister Thomas Schmidinger brach bei seinem Grußwort im Rahmen der Hubertusfeier im vollen Festsaal der „Taverna Ägäis“ eine Lanze für die heimischen Jäger: „Ihr seid die Heger und Pfleger unserer bayerischen Landschaft. Ihr habt perfekt den Spagat zwischen der Hege und der Verantwortung gegenüber den Jagdgenossen geschafft.“ Dazu hob er die perfekte Zusammenarbeit der Jäger mit den Jagdgenossenschaften in der Gemeinde Schnaitsee hervor. „Danke für eure wertvolle, wichtige und richtige Arbeit. Bleibts dabei, es macht´s es richtig und guad.“ Als Schnaitseer Hausherr dankte er dem Hegering mit Christian Lackmaier und Josef Lepschy an der Spitze, dass sie die Hubertusmesse mit der anschließenden Feier im Rahmen des 1100-Jahr-Jubiläums in Schnaitsee durchführten.

In diesem Zusammenhang kam auch ein großes Lob von Landrat Siegfried Walch. „Ihr habt euer Jubiläum so mit Leidenschaft gefeiert, dass ich gefühlt schon 15 Mal heuer bei euch im Norden des Landkreises war. Auch er hob den Wert der Jäger für unsere Heimat hervor. „Es gibt Leute, die solche Veranstaltungen verhindern wollen. Aber gerade an solchen Tagen erfährt die Öffentlichkeit vom hohen Wert der Jäger für unsere Heimat. Ihr kümmert euch um die Zusammenhänge in der Natur und übernehmt Verantwortung. Ihr handelt umsichtig im Einklang mit der Schöpfung.“ Unter langem Applaus rief er „Gottes Segen für unser Hoamat.“

Der Herbsttag an diesem Sonntag hätte in Schnaitsee nicht besser beginnen können, als mit den Jagdrufen der Rupertiwinkler Jagdhornbläser. Bereits am frühen Morgen hatten sich viele Gäste am Platz unterhalb des Gasthofs „Zur Post“ eingefunden um dem Verblasen der Jagdstrecke beizuwohnen. Würdevoll war die Strecke, die repräsentativ das Wild im Landkreis Traunstein Land abbildete, platziert. Von Hirsch und Gämse aus dem Süden bis hin zu Reh, Hase, Fuchs, Marder, Fasan, Ente und Krähe intonierten die Bläser jeweils einen musikalischen Ruf zu Ehren der Tiere. Hegeringleiter Christian Lackmaier erklärte den Gästen alles rund um die Tiere. Kirchenpflegerin Elisabeth Heiß und Ministrant Michael Ram segneten die Jagdstrecke unter dem Gesichtspunkt des Verantwortungsbewusstseins für die Schöpfung.

Ein wunderbares Klangerlebnis in der vollen Pfarrkirche bereiteten die Jagdhornbläser bei der Hubertusmesse.  Pfarrer Mario Friedl hob hervor, dass unsere christlichen Werte erhalten bleiben und gepflegt werden müssen. „Glaube bedeutet auch Begegnung. Heute ist wieder so ein Tag der Begegnung. Mit Gott, den Menschen, aber auch mit uns selbst.“ Der Pfarrer ließ aber auch Zweifel am Glauben zu. „Glaube ohne Zweifel, Glaube ohne Fragen öffnet das Tor für Fundamentalisten und Fanatikern. Wir müssen nur mit unseren Zweifeln umgehen können.“ Zum Abschluss wünschte der Pfarrer: „Bleibts gsund und seid behütet vor Gefahren.“ Die Feier wurde von den beiden Schnaitseer Hegeringleitern Christian Lackmaier und Josef Lepschy bei der Lesung und den Fürbitten mit gestaltet.

Minutenlanger Applaus nach der wundervollen Messfeier entließ die Musiker und den Pfarrer mit dem Altardienst zur Hubertusfeier.

Bei der Hubertusfeier bedankte sich auch der Vorsitzende der Kreisgruppe Traunstein Sepp Freutsmiedl bei der Gemeinde für die Gastfreundschaft beim diesjährigen Hubertustag. In seinen Gedanken zu diesem Festtag sagte er, dass gerade dieser Tag eine Gelegenheit ist den Wertekompass der Jäger zu hinterfragen_ „Haben wir alles für die Erhaltung eines artenreichen und gesunden Wildbestandes getan? Haben wir die richtigen Maßnahmen getroffen? Die Waidgerechtigkeit ist kein Ritual sondern ist dem Schutz des Wildes geschuldet. Sie ist so alt wie die Jagd selbst. Waidgerechtes Handeln bezieht auf das Verhalten des Jägers zum Wild. Ehrfurcht dem Wild gegenüber ist für uns ein Gebot. Es ist Aufgabe von uns Jägern durch tierschutzgerechte Jagd mit der notwendigen Jagdethik der Gesellschaft ein richtiges Bild unserer Aufgaben zu zeigen.“ Freutsmiedl ging auf aktuelle Probleme wie etwa dem Sicherheitspakt, ein. „Hier ist nicht nur das Grundgesetz, sondern auch die Grundrechte der Jägerschaft eingeschränkt.“ Er nannte ein ausgewogenes Gleichgewicht von Mensch, Tier, Wald und Natur enorm wichtig „und daran wollen wir arbeiten.“

Nach seinen eindringlichen Worten vergab Freutsmiedl die Jägerbriefe an die Jungjäger des Landkreises. (Liste anbei). Er wünschte allen jungen Jägern herrliche Momente in der Natur bei der Ausübung der Jagd.

Als letzten Punkt der Hubertusfeier ehrte Freutsmiedl die Rupertiwinkler Jagdhornbläser zur Bayerischen Vizemeisterschaft beim 32. Landeswettbewerb in Kaufbeuren. Der Leiter der Gruppe, Günter Schroth nahm stolz die Urkunde und den Gutschein entgegen. Als Dank spielte die Bläsergruppe noch einmal ihr Siegerstück „Polka Humoresca“. Die Jagdhornbläser und die Schnaitseer Ziacherer Florian Jellbauer und Wast Steer sorgte bei der Feier für die musikalische Umrahmung.

Bericht von Josef Unterforsthuber
Fotos von Andreas Sax und Gregor Wenzl



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